The Grandmaster .::Reloaded::.
In eifriger Arbeit einer Hand voll Menschen ist in mehreren Schritten diese Riesen-Grobenszene entstanden! Leider hätte allein diese Szene ein ganzes Musical ausgefüllt. Daher fiel diese Szene leider einem Cut zum Opfer! Aber wir sind der Meinung, diese Szene darf der Weltöffentlichkeit nicht vorenthalten werden! Wir schlagen vor, ihr schließt ab und zu die Augen und versucht euch das Geschehen bildhaft vorzustellen, besonders den unnachahmlichen Jakob Käfer in Skifahr-Haltung und Camel-Boots! Wie der aufmerksame Leser feststelen wird, war die Ali-Müller-Szene in der Rohfassung in die Groben-Szene integriert. Dieser Teil jedoch schien so spektakulär, dass er aus der Szene rausgetrennt, umgeschrieben und in das Stück als eigene Szene reintegriert wurde. Viel Spaß beim Lesen! Wer weiß, vielleicht wird die Szene ja doch noch irgendwann umgesetzt und aufgeführt! You never know!
Mephisto ist auf dem Weg zum Erdkundesaal, wo gerade die Stunde des Ek- GK 13 von Herrn Groben beginnen soll.
Mephisto bleibt auf halbem Wege abrupt stehen. Das Licht wird stark verdunkelt und die Musik hört auf zu spielen im Stil, dass ein Plattenspieler mit aufliegender Platte ausläuft.
Erzähler: „Um die nächste Szene verstehen zu können, meine Damen und Herren, bedarf es eines kleinen Rückblicks auf das Leben eines außergewöhnlich ungewöhnlichen Zeitgenossen: PETER GROBEN.
(Auf Leinwand beginnt ein Film mit der Geburt Peters)
Es war einmal ein altes Feuerwehr- Gerätehaus im beschaulichen Städtchen Ottweiler. Wehrführer Groben kam gerade vom Löschen eines alten Bauernhofs, der bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. Doch als er zum Feuerwehr- Gerätehaus gelangte, mochte er seinen Augen kaum Glauben schenken.
Auf der Leinwand erscheint das Gerätehaus, Menschenmassen befinden sich kniend und betend davor, 3 Gestalten stehen vor dem Eingang des Gerätehauses (2 davon sehen türstehermäßig aus, dritter daneben, ein roter Stern wird über das Haus an einer Stange gehalten)
Vater Groben bahnte sich seinen Weg durch die Menge, wurde aber an der Tür von den 3 bizarren Gestalten aufgehalten.“
1. Türsteher: „ Jetz Alta, was suchsu hia???“
2. Türsteher: „Abmarsch! Hinten anstellen!“
3. Gestalt (wirkt schwebend, verpeilt und bekifft): „Heyyyyy! Alterrr! Geschlossene Gesellschaft heute. Uns ist heut der Heiland geboren! Endgeile Message, oder?“
Papa Groben: „Guter Mann, ich bin der Erzeuger, gewährt mir Einlass!“
(Hinter den vieren springt ein hysterisches Mütterchen von ihrer iso-Matte auf und schreit)
Mütterchen: „Scheiße! Das war gar keine unbefleckte Empfängnis!“
(Aufruhr unter den Betenden)
Eine andere: „Weg hier! Hier sind wir falsch! So ein Mist!“
(Abmarsch aller Beteiligten. Türsteher in Poser-Haltung ab. Herr Groben betritt das Gerätehaus. Innen kümmert sich die fürsorgliche Mutter um den kleinen Peter, der in einem Feuerwehrschlauch eingewickelt ist.)
Papa (seufzend): „Ach Mama! Es ist ein Junge! (Ausdruck der Freude, danach laut weiter) Ein Junge! Wie wir ihn uns immer gewünscht haben! Ein Prachtbursche! Ihm soll es an nichts mangeln! (Mama Groben nickt zufrieden)
Er wird in unendlichem Glück aufwachsen! Er wird groß und kräftig werden! Stramm und bewundernswert wird er! Schwarzes, lockiges Haar wird eines Tages haben! Die Mädchen werden ihm zu Füßen liegen, die Jungs werden ihn beneiden! Er wird Geige spielen lernen! Er wird mit 8 seine ersten Plattenaufnahmen gemacht haben! Weil er so intelligent ist wird er Klassen überspringen können und mit 14 sein 1,0 Abi überreicht bekommen! Danach wird er Medizin studieren und erfolgreicher Arzt werden! Anfang 20 wird er eine Familie gründen! Er wird Kinder haben! Obwohl er Anwärter auf Nobel-Preise ist, wird er immer noch nebenbei aktiver Feuerwehrmann sein! Anwärter auf das Bundesverdienstkreuz! Er! Mein Sohn!...“
(Unterbrechung durch Mama Groben): „Er hat noch nich ma Bäuerchen gemacht.“
Peter (feucht und laut): „Rüüüülps!“
Papa weiter: „Er! Mein Junge! Mein Stolz! Mein Knabe! Er! Der Eine! Er! Er! (Papa stockt)
Achso, wie soll er eigentlich heißen?!?“
Mama: „Ich würd ihn ja so gerne Fridolin nennen!“
Papa: „Ich wär für Michael. Bodenständig, hart und deutsch.“
Mama: „Wär er ein Mädchen geworden, hätte er Klarabella gehßen.“
Papa: „Wie wär’s mit Karl?“
(Abrupter Schnitt im Bild. Dort werden nun Vorschläge verschiedener mehr oder minder bekannter Personen. Vorschläge: DJ Afshin, Peter Müller, Jürgen Schreier, Groben selber, Türsteher Canossa, Schulsekretärinnen, Schindler, ganze 5er Klassen, Frau Sistewechsel, André bekifft, Lang, Paulus, Diester, Yves Valentin// Namensvorschläge: Abdul, Randolf, Jean- Paul, Kenny, Afshin, Mutantenkatze, Orang- Utan- Klaus, September!, Oskar, Brick, Kurtchen, Big Daddy, Moltmann,, Eggimann. Am Schluss erscheint in großen Buchstaben auf dem Bildschirm: TILT! TILT! TILT! Danach der Schriftzug: Was machen? –Antwort: Publikumsjoker! Man sieht darauf unsere ganze Stufe, die brüllt : PEEEEEETER!!!“ Danach wieder Schnitt zu den Eltern.
Beide Eltern: „Peeeter!“
Mama: „Genau das is es! Peter.“
Papa: „Der Name eines Champions! Locker, aber doch entschlossen! Ja, Mama, (langsamer werdend), lass ihn uns Peter nennen!“
(Schmalzige Musik, dabei Kamerafahrt vom Familienglück weg.)
Erz.: „Und mit verheißungsvollem Start und Namen begab sich der kleine Peter Groben auf diese wundersame Reise, genannt Leben.
Doch bald war aus dem kleinen süßen Peter ein größerer und wie soll man es ausdrücken…aufgeklärt frecher Peter geworden.“
Bühnenszene: Klassenraumszene in einer 8. Klasse vor Unterrichtsbeginn, Peter von ein paar Mädels umringt.
Peter (im ernsten Ton und mit ernstem Gesicht): „…und ihr Mädels: Solltet ihr euch jemals in irgendwelche Diskos im Einzugsgebiet von Kasernen begeben, wie z.B. das Granada in Idar- Oberstein, dann bitte (betonte Pause), bitte Mädels passt höllisch auf! (Bei „passt auf“ beschwörende Handhaltung) Seit offen für solche Probleme und verschließt nicht die Augen vor so was! Seit jaaa vorsichtig! Benutzt Kondome! Was für Krankheiten da unterwegs sind! Schrecklich (Bei diesem Wort typische Handbewegung vom Kopf weg)!
1. Mädel daneben (entsetzt): „Aber Peter, wir sind erst 13!“
Peter (Belehrend): „Meike, du musst dich mit solchen Problemen konfrontieren! Sei offen für so was!“
Anderes Mädel: „Was ist überhaupt eine Kaserne?“
Peter (resignierend): „Pöh!“
3. Mädel: „Wofür braucht man eigentlich kon…!
(Gespräch wird von eintretendem Lehrer unterbrochen. Bohn räuspert sich und Klasse erhebt sich.)
Bohn (In Hamsterstimme): „Guten Morgen.“
Kinder: „Guten Mooorgen!“ (Schüler setzen sich)
Bohn: „So, machen wir weiter mit Determinanten.“ (Bohn labert irgendwas und schreibt dabei an die Tafel.)
Peter (Steht auf): „Herr Bohn, mein Onkel ist Mathe- Lehrer und hat gesagt, Determinanten hätten schon nicht mehr auf dem lehrplan gestanden, als er, mein Onkel, 1930 zur Schule gegangen ist.“
Bohn: „Ist ER oder bin ICH dein Mathelehrer?“ (dreht sich um und schreibt weiter an)
Peter (fluchend und wütend): „Komischer alter Kauz.“
Bohn (zurückfahrend): „Was hast du gesagt ???“
Peter: „Nihiichts?“
Bohn: „Doch.“ (hochroter Kopf) „Sofort raus!“ (Zeigt aus der Klasse raus)
Peter: „Nee.“
Bohn (entsetzt): „Woas?!!? Raus mit dir!!“
Peter (entschieden): „ Nein. Ich geh’ nicht raus.“
Bohn (außer sich und ihm am Arm holend): „Rausss mit dir hab ich gesagt, du idiot!“
Peter (schon auf dem Weg nach draußen dreht sich um): „Waas haben Sie gesagt???“
Bohn: „Raus, du Idiot!“
Peter (mit dem Finger drohend): „Niemand sagt zu mir Idiot!“
Bohn (übelst laut): „Jetzt haauu ab!!!!“
Peter (laut): „Sie können alles zu mir sagen. Aber niemand nennt mich idiot!“
Bohn: „Jetzt hab ich aber genug!“
(Peter geht wütend raus)
Bohn (ruft ihm nach): „Du Heiniii!“
Erz: „ Oh, Oh. Papa Grobens Plan mit dem Klassen Überspringen hatte wohl nicht Klein- Peters Kühnheit einkalkuliert. Doch das war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: Es folgte die Pubertät. Die Hormone sprossen beinah genau so intensiv wie die 10 Körner Fischfutter, die Peter mit 16 Jahren für 50 DM bei einem Kanadischen FISCHFUTTER- HANDEL bestellt hatte. Merkt ihr was???“
Bühnenszene:
(Beisammen Sein mehrerer Jugendlicher auf Sesseln und Couches. Spirituosen stehen auf einem Wohnzimmertisch. Dicke Qualmschwaden steigen auf. Peter mit weibl. Wesen auf einer Couch. Peter wirkt verzweifelt.)
Peter: „…ich bin davon überzeugt, Alexandra, dass man vom Küssen nicht schwanger wird. Es bedarf glücklicher Spermien, die da also ihres Weges schwimmen und dann irgendwann findet das ausgewählte Spermium, welches dann in die Eizelle..“
A.: „Und wer erzählt so was?“
Peter: „Mein Bio. Lehrer.“
A.: „Und der hat ne Freundin und weiss so was?“
Peter: „Eh, nee, glaube er is glücklicher Single. Aber er hat das studiert.“
(Peter versucht sie zu küssen, sie steht angewidert auf und geht weg. Peter lässt sich mit enttäuschtem Seufzer zurückfallen und wendet sich den andern beiden Jungs zu. Diese bemerken den niedergeschlagenen Peter erst nach kurzer Pause.)
Plötzlich der eine: „Du, Tarzan, weißt du, was ich nicht verstehe?“
Zweiter: „Nee.“
Erster: „Russisch.“
Zweiter: „Verrrstehe.“
(beide brechen in schallendes Gelächter aus)
Zweiter: „Mensch Peter, vergiss die Alte! Zieh mal hier dran und alles andere ist total egal.“
(Peter inhaliert tief und lehnt sich entspannt zurück)
Peter: „Alterrrrr! Mannnn! Glückliche Spermien fliegen frei durch den Raum! Irre!! Die sind überall! Und da ist noch was Größeres! Wahnsinn! Ein riesiges Etwas! Und das macht ganz komische Bewegungen und sieht total rot aus! Ein riesiger Staubwedel! Derrr Hammer!“#
Erster: „Ja ja, Peter, is schon recht!“
(In diesem Moment kommt Mama Groben schreiend im Nachthemd und mit einem Staubwedel bewaffnet auf die Bühne gestürmt und beginnt unter Fluchen auf alle 3 Jungs mit dem Staubwedel einzuschlagen und verjagt diese)
Erz.: „So dümpelte Peters Leben so vor sich hin und er hätte wahrscheinlich eine extreeeem smoooove und lockere Jugend gehabt. Doch mit einer Anomalie Anomalie hatte Groben jr. Nicht gerechnet. Etwas Fürchterliches bahnte sich am schulischen Horizont des jungen Peter an. Denn ein Mann hatte sich den Kampf gegen den schulischen Alltagswahnsinn ganz groß auf seine Fahnen geschrieben…“
Klassenraumszene. Klasse verdächtig ruhig auf ihren Plätzen sitzend. Peter sitzt unter seinen Mitschülern.
Ein Schüler: „Mann! Gott sei Dank hab ich eben noch die 3 c) gemacht!
Banknachbar (entsetzt): „Was für eine c)????“
Ersterer: „Nun ja, die hatten wir auch noch auf.“
Banknachbar: „Um Himmels Willen! Das is mein Ende! Ich muss mich sofort von diesem Kurs abmelden! Ahhhh!“ (stürmt aus Klasse raus)
Peter (geschockt): „Du, was denn für eine Aufgabe 3???“
(In diesem Moment betritt ein riesiger leerer mit Baskenmütze auf dem kopf und Kassettenrekorder in der Hand entschiedenen Schrittes die Klasse. Er knallt seinen Koffer mit der anderen Hand auf das Pult. Schüler erheben sich abrupt. Lehrer wartet kurz und kuckt in die Runde.)
Ali: „Bonjour, mes amis!“
Schüler: „Bonjour, monsieur!“
Ali: „Assiez- vous!“
Schüler: „Nous nous assions!“
(Müller lässt sich zeit. Unter Schülern extrem gespannte Stille. Ali öffnet Koffer. Spannung im Raum erreicht ihren Höhepunkt. Ali holt ruhig sein Notizbuch aus dem Koffer, schlägt dieses auf.)
Ali (zu sich selbst): „So, mal kucken, was der mir da aufgeschrieben hat.“
(Ali holt eine Kassette aus seinem Koffer und legt diese in den Rekorder. Schüler reagieren sichtbar erleichtert und atmen auf.)
Schüler: „Puh, das wäre geschafft.“
Ali plötzlich: „Blatt Papier raus, Name drauf, Taschen dazwischen. Chacun pour soi et dieu pour tous!“
(Schüler in erster Bank hustet)
Ali: „Mark, hast du gehustet?“
S.: „Äh, ja.“
Ali: „Ab in die letzte Bank, aber dalli!“
(Schüler erhebt sich und packt seine Sachen zusammen. Ali beginnt zu diktieren. Das ganze natürlich rasend schnell (Muss noch ausgearbeitet werden. Das Wort hat ein uns bekannter Igel…) Peter sitzt nur verzweifelt und kopfschüttelnd da und gibt bei jeder einzelnen Vokabel Geräusche der Qual von sich.)
Ali: „Das war’s. Alle Füller liegen. Rien ne va plus! Blätter an den Rand! Niemand schreibt mehr, Peter!“
Schüler, der sich erst grade in der letzten reihe niedergelassen hatte: „Äh, Herr Müller, Ich hatte aber noch keine Möglichkeit zu…“
Ali: „Nix! Ab! Her damit!“ (Ali reisst Schüler leeres Blatt aus der hand.
Ali (nimmt Peters leeres Blatt): „Peter! C’est null! Rien! So, wer hat keine Hausaufgaben gemacht? Wer is ohne Fahrschein?“
(Peter meldet sich als einziger. Ali schlägt die hand auf den Tisch.)
Ali: „Peter! Subba! Was is’n das wieder? Mit so ner Einstellung können wir dich hier nicht gebrauchen! Da kannste genau so gut Steine kloppen gehen! Wenn sich deine Arbeitseinstellung hier nicht ändert, leg ich dir den Abmeldeschein in deine nächste Arbeit rein! Naja, erstmal Zeugnisnoten abklären. Ihr schlagt vor. Nora?“
Nora: „09.“
Ali: „Ja. Andy?“
Andy: „08“
Ali: „Ja. Hassan?“
Hassan: „15“
Ali: „Ja. Peter?“
Peter (entschlossen und cool): „06“
Ali: „Peter, s’ is aber viel Holz! Wie willste die Note rechtfertigen?“
Peter (stottert): „Nun ja, ich..äh…bin häufig da…äh…ich gieße die Blumen im Klassensaal und..hm…ich hab die Hausaufgaben des Öfteren jedenfalls mündlich gemacht.“
Ali (lacht gequält): „02. Ts, ts.“
(Licht wird gedimmt)
Erz.: „Nun, da schien sich eine schulische Bruchlandung anzudeuten. Wenigstens entpuppte sich Papa Groben in einem Punkt als verlässliches Orakel: Peter war hyper- engagiertes Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr in Ottweiler geworden und stellte Brand für Brand, Unfall für Unfall und Katze auf dem Baum für Katze auf dem Baum seine unerschütterlichen Firefighter- Fähigkeiten unter Beweis!“
(Mehrere Sequenzen werden eingespielt, die Peter in Action zeigen.)
Erz.: „Aber dann eine tragische Wende in Peter Grobens Leben:“
(Auf Leinwand: Ottweiler Dorfplatz. Es sind einige Feuerwehrschläuche ausgerollt, auf dem Platz steht ein Feuerwehrauto. Der Dorfplatz ist umringt von Leuten, die der Übung zuschauen. Es stehen drei Zweierpärchen Jugendfeuerwehrleute im Alter von 12 bis 15 Jahren rum, die jeweils zu zweit einen Schlauch halten, aus dem vorne Wasser raus kommt. Nur aus dem Schlauch, den der kleine Peter Groben mit einer Kameradin zusammen hält, kommt vorne kein Wasser raus.
Jugendwart: Ja Peter, was iss denn bei dir schon widder los? Kummt kee Wasser raus?
Klein-Groben: Ne, scheint irgendwas mit da Spritz’ nitt zu stimme.
Jugendwart: Wart, ich gugg’ mol, ob die Schieber alle uff sinn.
Grobens Hinterfrau: Gugg’ mol, Peter, ob die Spritze nitt verstopft iss!
Während der Jugendwart an den Armaturen am Feuerwehrauto überprüft, ob alle Schieber offen sind, sodass Klein-Grobens Schlauch auch Wasser bekommen kann, richtet Klein-Groben die Spritze des Schlauchs in sein Gesicht, um zu überprüfen, ob mit ihr alles in Ordnung ist. Während dessen hat der Jugendwart den Fehler gefunden und legt den Schieber um, sodass auch Klein-Grobens Schlauch Wasser bekommt. Klein-Groben merkt dies allerdings zu spät.
Klein-Groben steht da und richtet sich die Spritze in sein Gesicht.
Jugendwart: Peter, ich hab de Fehler gefunde. Es müsst’ jetzt Druck druff sein.
Merkt ihr was?!?
(In diesem Moment bekommt Peter einen starken Wasserstrahl mitten ins Gesicht und fällt bewusstlos auf das hinter ihm stehende Mädel. Dieses beginnt zu schreien)
Mädel: „ Ahhh! Peterrrr! Du hast mir nen Fingernagel abgebrochen! Schlappschwanz!“ (Sie lässt den bewusstlosen Peter zurück)
(Plötzlicher Schnitt: Schnelle Musik (ER), eine Durchsagenstimme begleitet einen hektisch laufenden Arzt.)
Stimme: „Doktor Könen bitte sofort in die Notaufnahme kommen! Dr. Können, bitte!“
(Könen betritt einen Raum. Ein Arzt doktort schon am vor ihm liegenden, schwer verletzten Peter rum)
Horst: „Reiner, was hamma do?“
Reiner: „Moment, lass misch doch erschtmo gucke! Nit vordrängle, ich war do zuerscht!“
Könen (schupst Reiner zur Seite): „Schwester, 2 Tupfer, Skalpell und 3 Pils, bitte, aber schnell!“
/Kamera wird ausgeblendet. Man sieht Peter wieder. Er liegt in einem Krankenbett und ein Mädchen betritt sein Zimmer mit einem Strauss Blumen in der Hand.)
Heidelinde: „Peter!“
Peter: „Äh, ja?“
H.: „ Erkennst du mich nicht? Ich bin’s Heidelinde!“
P.: „Ach ja! Der Schlauch.“
H.: „Ich stand bei diesem schrecklichen Unfall hinter dir. Ich war diejenige, die dir das leben gerettet hat!“
P. (überrascht): „Ach, echt? Erinnere mich nur an einzelne Dinge. Dachte eigentlich, zwei Männer in weißen Kitteln, die sich singend mit ner Flasche Bier in der Hand gegenseitig auf die Schultern geklopft haben, hätten mir das Leben gerettet.“
H.: „Ach du armer Peter. Dich muss der Strahl ja ganz übelst an den Kopf getroffen haben!“
(Schnulzige Musik. Beide küssen sich.)
Erz.: „Das junge Glück wähnte sich im 7. Himmel, auf einer Welle des Glücks, doch dann, eines Tages…“
(Bühnenszene. Heidelinde steht allein auf der Bühne. Peter kommt jubelnd mit einem Zettel in der Hand angerannt.)
Peter (laut): „ Jaaa! Abiiii! Tschacka! Strrrrrike!“ (macht Siegerarmbewegung). Und ich muss nicht zum Bund, weil ich bei der Freiwilligen Feuerwehr bin!“
H. (minder- begeistert): „Toll.“
P.: „Weißt du, was das bedeutet? Ich werde mit dir täglich zu deinen Pferden, die du so gerne magst, gehen können. Ich werde mit dir über grüne Auen reiten und es wird mir nichts mehr ausmachen, dass du mehr Zeit mit den Pferden als mit mir verbringst oder dass du SIE fütterst und mich nicht, dass du IHNEN Zungenküsse gibst und mir nicht oder dass, du, wenn du deine Peitsche in der Hand hast, manchmal verwirrt bist, wen du jetzt da vor die hast…Das wird wahre Liebe sein!“
H.: „Peter, ich befürchte, ich kann das nicht machen.“
P. (verstört): „Wie bitte???“
H.: „Weißt du, ich hatte letzte Nacht einen Traum. Ich glaube, mir ist der Schöpfer erschienen und hat mir meinen vorbestimmten Weg aufgewiesen, mein Schicksal!“
(Leinwand: Eine Sequenz: Krasser Ghettorapper mit Engelsflügeln und Goldkettchen)
Engel (vor Heidelindes bett): „Eh, Bunny! Weissu, isch hatte heut Nacht da oben im Himmel nix zu tun, weissu, und außerdem hab ich mir die Füße da oben abgefroren, verschtehsu, und da hab isch konkret zu mir gedacht, isch sach dir einfach, studier Ek- und Bio- Lehrer aufs Lehramt, heirate, bekomm Kinder, scheiss dann den Mann ab, leb von den Alimenten, arbeite als Lehrerin bis du 85 bis und kratz 2 ½ Wochen nach deiner Pensionierung ab. Krass, oder?“
(Wieder Schwenk auf die Bühne)
H.: „Weißt du, Peter, ich muss dieser Bestimmung folgen.“
P.: „Nein, das darfst du nicht!“
H.: „Peter, es muss sein!“
P.: „Nein! Das kannst du mir nicht antun, du darfst mich nicht verlassen! Niemals!“
H.: „So, gehe jetzt. Muss zur Uni.“
P.: „ich kann ohne dich nicht mehr leben. Bleib hier! Neiiiin! Ich werd Schluss machen! Ich werde mir das Leeeeeeeben nehmen!“
Lied: Alles nur aus Liebe
(Danach Heidelinde spöttig: „Na, Peter, wenn de willst, kannste ja mitstudieren. Kannste ja mal versuchen, ob du mich so zurückgewinnen kannst! Aber glaube nicht, dass du so ein Studium mit deinem mittelmäßigen Abi hinbekommst. Hähä.“
Erz.: Doch in dieser tragischsten und verzeifelsten aller Stunden begann etwas tief im Innern (gegebenenfalls Lokalisierung des Organs) von Peter zu lodern. Das kleine Flämmchen sollte sich mit der Zeit zu einem lodernden Inferno, einem eisernen und stählernen Durchhaltewillen entwickeln: Es wuchs in Peter G. aus O. der absolute Wille, Erdkunde- und Biologielehrer zu werden!
(Beginn einer Kamerafahrt vom Haupteingang des LGs , Treppe hoch, durch den gang im ersten Stock auf Peter Groben zu, der vor dem Bio- Saal posiert. Dazu Musik aus Star Trek 5)
„Obwohl er seine alte Liebe Heidelinde nicht zurück erobern konnte, entstand aus dem unscheinbaren, schmächtigen, eher weniger erfolgreichen Peter ein stolzer Camel Boots- tragender Outdoor- Helden- Erdkunde- Lehrer. Ein absoluter Gewinnertyp!
Und diese Schule würde diesen außergewöhnlich ungewöhnlichen Lehrer in Zukunft mehr als nur perfekt ausgebildete Erdkunde- und Biologieschüler verdanken.
(Mephisto- Szene wird fortgesetzt)
Anne Zipf, Michael Bauer, Mirko Deforth und Jan Mertens
Groben-Pics (neu)
Das große Groben-Rätsel (neu)
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