ABI-MUSICAL
2003
Drehbuch "Faust '03"
DRAMATIS PERSONAE
Mephisto überall
Herrin Prolog, Epilog
Hermes Prolog, Ludwig1, Ludwig2, Epilog
Alke Schulhof, Epilog
Herr Groben Groben, Ring
Lehrer: Frau Ring Ring
Frau Niederländer Niederländer
Herr Gräff Niederländer
Michael Prolog, Epilog
Erzengel: Gabriel Prolog, Epilog
Raphael Prolog, Epilog
4. Engel Prolog, Epilog
Knecht Prolog, Epilog
Herr Schindler Schulhof
Sekretärin Sekretariat
Herzblatt- Stimme Prolog
Off- Stimme Groben
Wirt Ludwig1, Ludwig2
Hoarschd Ludwig1, Groben, Ludwig2
Weißmann Ludwig1, Groben, Ludwig2
Trenchcoat-M. Ludwig1
Gast Ludwig1
Oskar Ludwig2
Herr Müller Groben
Mirko Groben
Anne Z. Groben
Chor überall
Schüler (21)
1- Esther S./ 2.- Mira E./ 3.- Susanne L./ 4.- Lorenz B./ 5.- Jan M.
6.- Olliver S./ 7.- Johannes B./ 8.- Roman P./ 9.- Christoph G./ 10.- Daniel
Hed./ 11.- Christoph R./ 12.- Isabelle M./ 13.- Bastian K./ 14.- Melanie B./
15.- Wolfram K./ 16.- Richard M./ 17.- Bastian K./ 18.- Manuel M./
19.- Eric T./ 20.- Valeska R./ 21.- Mirko D.
Mensch 1: Caroline K.
Mensch 2: Roman P.
Hilde: Melanie P.
PROLOG IM HIMMEL
Herr(-in) Hermes. Die himmlischen Heerscharen.
(nachher) Mephistopheles.
Die Drei Erzengel und der vierte Engel treten vor.
RAPHAEL: Die Schule steht nach alter Weise,
Bis auf die kleinen Änderungen
Erweiterungen hoch im Preise,
Die von Herrn Funck einst vorgenommen.
Ihr Anblick gibt den Schülern Stärke
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die sündhaft teuren Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.
GABRIEL: Doch schnell und unbegreiflich schnelle
Verändert sich die höchste Macht.
Es wechselt hier die Direxstelle
Schon beinah über Nacht.
Herr Eisenbeis, den wir vermissen
Gab einst den Rektorposten auf.
Er wurd der Schule so entrissen
In ewig schnellem Sphärenlauf.
MICHAEL: Bewerber boten um die Wette
Den freien Posten zu erhalten
Herr Funck durchsprengte dann die Kette
Und nahm das Zepter, hier zu walten.
Da schoss ein blitzendes Verheeren
Vom Kultusministerium heran;
Das lockte ihn mit Karrieren
Und der Herr Funck biss an.
4. ENGEL: Die Schule sank in Streit und Leid
Man musste wohl nach Neuen fragen
Die schwere Last der Zwischenzeit
Wurd auf Frau Franke übertragen.
Von großer Hoffnung nun ergriffen
Die Flöte wechselt ihre Hand
Nach Doktor Paulus wurd gepfiffen
Im Lehrer-dominierten Land.
ZU VIER: Die Anstalt gibt den Schülern Stärke
Da keiner sie ergründen mag
Und alle diese hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.
SONG 1 I WILL FOLLOW HIM- SISTER ACT
HERR/IN: in Euphorie
Oh, ihr teuren Engel, die ihr mir dient seit ew’gen Zeiten
Lasst mich eure ehrfürcht’gen Blicke leiten
Auf meiner Schöpfung höchsten Stolz.......Holz, Volks, Bolz...
Ach, scheiss Reim, was soll’s.
Ich weiss, Eigenlob stinkt zwar, aber wenn ich eine Sache nennen soll, die mir perfekt gelungen ist, dann muss ich auf dies bestimmte Bildungsinstitut verweisen
- Schule der höchsten Künste!
- Schule des geballten Wissens!!
- Schule der fähigsten Lehrer!!!
HERMES: in Gedanken ... der fähigsten Lehrer, jaja.....
... Ich hab über einige Lehrer Informationen gefunden ... Wenn ihr interessiert ....-
HERR/IN: .... Klar, zeig schon her!
Hermes zieht Fernbedienung hervor und bedient Lautsprecher
Hintergrundmusik setzt ein, Herzblattstimme ertönt
STIMME: So liebe Herrin, zuerst hätten wir da Julitte Ring- eine abwechselungsreich gekleidete Nichtraucherin mit adrett modernem Pagenschnitt. Passend zu ihrem Äußeren ist sie ein ruhiger, zurückhaltender Charakter; Hektik und Hysterie sind ihr völlig fremd. Ihre Stärke ist Französisch, das sie beherrscht wie keine andere.
Wenn Sie sich nun als nächstes diese wohlproportionierte, attraktive junge Frau ansehen, stellen Sie fest, dass eine Aphrodite daneben verblassen müsste. Frau Niederländer, so ihr reizender Name, versteht es, sich auch im Theater elegant und würdevoll zu bewegen. All ihre Wünsche richten sich nur auf ein einziges Ziel: dass der Scheffelpreisträger aus ihrem Deutsch Leistungskurs stammt.
Besondere Beachtung sollten Sie nun dieser Lady zukommen lassen. Sie sehen hier eines der feinfühligsten und sensibelsten Wesen dieser Schule- eine wahrhaft zerbrechliche Natur. Es ist Frau Alke Allmers, die sich aufgrund ihrer taktvollen, stets situationsangemessenen Bemerkungen sowohl im Kollegium, als auch in Schülerkreisen ein Höchstmaß an Beliebtheit verschafft hat.
So liebe Mütter, jetzt sollten Sie ihren Töchtern besser die Augen und Ohren zuhalten. Denn hier haben wir die männliche Variante der Sirenen; namens Herr Michael Lang. Nebenher spielt er die Graue Eminenz an dieser Schule; er liebt den Disput und schafft es dennoch jedes Thema binnen weniger Stunden auf den Punkt zu bringen. So ist denn auch Herr Langs Unterricht niemals zu kurz.
Und nun prescht einer nach vorne, der möchte sich selber vorstellen. Geben wir ihm die Chance dazu:
(Leistenschneiders Selbstportrait)
HERMES: drückt wild auf der Fernbedienung herum
Es geht nich’ mehr. Es is’ kaputt. Der letzte Beitrag scheint leider die Kapazität des Bands überlastet zu haben. - Jetzt habt Ihr noch nicht alles erfahren. Der Direktor fehlt z.B. noch.
HERR/IN: Das macht nix, den kenn’ ich ja. Da lob ich mein Geschick besonders. Dass ich ihn eingesetzt hab’, den Herrn ...Herrn...Saulus.
HERMES: blättert in seinem Notizbuch
Paulus....-Eure Herrlichkeit-....Paulus.
HERR/IN: Ist doch egal ... Name ist Schall und Rauch
Bei Stichwort „Rauch“ geht Nebelmaschine an, Mephisto erscheint
SONG 2 SYMPATHY FOR THE DEVIL
HERR/IN: Wagst du, Mephisto, dich noch her?
Hast du mit Faust denn nicht genug?
MEPHISTO: O Herrin, ich find das war Betrug
Bei Faust warst du zu mir nicht fair
Ansonsten rück ihn raus und gib ihn her.
Mit Faust hab ich ne lange Weltfahrt durchgemacht
Und du, O Herrin, hast mich um den Lohn gebracht.
Du weißt es ganz genau, er steht mir zu
Ich will den Faust, sonst geb’ ich keine Ruh
HERR/IN: Nun reg dich doch mal nicht so auf
Du störst des Himmels Eintracht
Und das paradiesisch Glück!
MEPHISTO: Erst will ich meinen Faust zurück!
HERR/IN: Es hat kein Zweck, er ist zu aufgebracht
Hermes, nimm du dich bitte seiner an!
MEPHISTO: Ob der wohl meine Forderung erfüllen kann?
HERMES: Mit Dank nehm’ ich die Ehr’ entgegen
Und werd’ als euer treuer Diener
Was mir möglich ist versuchen
Um diesen Herrn hier zu beruhigen
MEPHISTO: Wie der Herr, so’ s Gescherr!
HERMES: So haltet ein in eurem Zorn,
Ich will euch alles ruhig erklären!
MEPHISTO: Damit kannst du dich zum Teufel scheren!
M-KNECHT: Ich bitt’ euch, Mephisto, verzeihet mir,
Doch der Teufel, das seid Ihr!
MEPHISTO: Das seh’ ich ein; da hast du recht
Ich danke dir, mein kleiner Knecht!
HERMES: Ihr müsst wissen, teurer Herr
Wie sich die Sache nun verhält
Genauso wollt das Schicksal es wohl fügen.
MEPHISTO: Hör auf, hier elend rumzulügen.
Sarkastisch, übertrieben ironisch:
Was erzählst du da für einen Mist
Bist du etwa Atheist?
Es sitzt hinter dir, das Schicksal, das Genie
Sie einfach zu verleugnen, das ist Blasphemie!
Ihren Willen auf ein niedrig Schicksal gar zu reduzieren,
Lässt unser aller Glauben, unsre Religion erfrieren!
Lacht laut
Die Bemerkung sollte dich den Job hier oben kosten!
HERMES: Aber Herr, Ihr tut mir Unrecht, ihr versteht mich nicht.
MEPHISTO: Nun tritt mir endlich aus der Sicht!
Hau ab, ich kann dich länger nicht ertragen,
Ich hass dein jämmerliches Winseln und dein Klagen!
Ich will die hohe Herrin selber sprechen
Die hat mir schließlich noch den Faust zu blechen.
Pause. Drohgebärden Mephistos
Hörst du noch immer nicht? Muss ich Gewalt anwenden?
HERMES: duckt sich, tritt Mephisto aus dem Weg. Mit ängstl. Stimme:
Nein, nein, o güt’ger Herr
MEPHISTO: zur HerrIn (Mephisto ist total entnervt)
Ich bin sogar bereit dein Wort nun zu erhören
Und werd’ noch nicht einmal Protest heraufbeschwören.
Nur ein Gefallen musst du mir erweisen,
Lass diesen Trottel aus dem Himmel schmeißen!
HERR/IN: zu Hermes
Du hast gehört, was du zu tuen hast,
Begib dich bitte in das Wartezimmer
Dein Dienst für heute ist beendet
Denn du hast deine Schuldigkeit getan.
Du hast bewirkt, was ich dir aufgetragen!
MEPHISTO: Ich fass’ es nicht, was soll man dazu sagen!
Es ertönt Instrumentalmusik, Hermes zelebriert seinen Abgang
INSTRUMENTAL
Er wirft Mephisto einen hasserfüllten Blick zu
HERR/IN: Kennst du, Mephisto, eine Schule mit dem Namen:
Liest von Spickzettel ab
L u d w i g s g y m n a s i u m
MEPHISTO: Fürwahr. Das ist mir ein Begriff.
HERR/IN: Sie ist mein edelstes Gebild.
Ach, sie erscheint mir gar so helle
Durch ihre Pracht und ihren Glanz.
Sie ist geschaffen wie von Meisterhand
Mit ihr hab’ ich mich selber übertroffen.
Es ist die größte Freud’ von ihr zu hören.
Erzähl auch du, was du berichten kannst.
MEPHISTO: runzelt die Stirn
Ich glaub, ihr wollt es nicht vernehmen.
HERR/IN: O doch, ich bin schon ganz gespannt.
MEPHISTO: In meinen Augen ist sie eine Schand.
HERR/IN: Hast du mir weiter nichts zu sagen?
Kommst du nur immer anzuklagen?
Ist denn auch in der Schule dir nichts recht?
MEPHISTO: O nein! Ich find’ es dort nun einmal herzlich schlecht.
Ich seh’ nur wie sich die Schüler plagen
Und wie sie gar am Unterricht verzagen.
Dem Schüler wird von alledem so dumm,
Als ging ihm ein Mühlrad im Kopf herum!
Und in den Sälen auf den Bänken
Vergeht ihm Hören, Sehn und Denken.
HERR/IN: Das glaub ich nicht, du sprichst zu schlecht zu mir.
MEPHISTO: So warte ab und ich beweis’ es dir!
Streckt dem Herrn die Hand entgegen
Die Wette biet ich!
HERR/IN: Und ich nehm’ sie an!
Handschlag
MEPHISTO: Doch eine Forderung muss ich noch stellen:
Gelingt es mir, dich ganz zu überzeugen
Dann musst du dich auch meinem Willen beugen:
Du musst mir Faust als Lohn versprechen
HERR/IN: Diesen Schwur werd’ ich nicht brechen.
INSTRUMENTAL ORGELMUSIK
Instrumentalmusik setzt ein: (Kirchenmusik)
Vorhang fällt.
LUDWIGSZENE I
Mephisto betritt den Ludwig
SONG 3 SAUFEN
MEPHISTO.: Junger Mann, darf ich’s wagen
der Wirt blickt ihn verwirrt an … er stutz
Moment…Ins Saarland hat es mich verschlagen.
Erst muss ich die Sprache wohl studieren
und es dann erneut probieren.
Er geht weg
WIRT/IN: blickt ihm irritiert nach
Pälzer!
MEPHISTO: setzt sich an einen Tisch, an welchem Hoarschd und R. Weißmann sich gerade angeregt unterhalten, er zückt einen Notizblock
WEIßMANN: Du Hoarschd, Isch hann do jo a so Probleme, weil kenna me bei misch in Sport kummt, seit die in da Owwastuuf sinn....
HOARSCHD: zur Bedienung
Machsche mir noch e Woarschdweck und e großes Pils?
Zu Weißmann
Rainer, das derfsche nid so eng holle. Ich sahn imma, wennse dann nur dorumstehn unn Dummschwätze weil se ke Luschd hann, dann bleiwe se bessa foad. Die sinn doch ald genuch!
M hat eifrig mitgeschrieben, und geht wieder zum Wirt zurück
MEPHISTO: Wie kumme ich dann von hi zum Ludwischsgymnasjum?
WIRT: Das is doch ganz emfach, passe mo uff…..
In einer anderen Ecke des Ludwigs, spricht ein Mann in einem Trenchcoat einen Gast an.
TRENCHC..: flüstert Hey du!
GAST: schreit Wer, ich??
TRENCHC.: flüstert SCHTTTTTTTTT Genaaaaaaaaaaauuuuu! Möchtest du vielleicht eine Kamera kaufen?
GAST: schreit Eine Kamera???????
TRENCHC.: flüstert SCHTTTTTTTTT Genaaaaaaaaaaauuuuu!
Mephisto nähert sich der Szenerie
MEPHISTO: leise
Sieh an, sieh an, fast wie bestellt…
Mein Plan erfährt Vollendung.
(Hier fehlt uns ein Stück!)
Mephisto ersteht die Kamera und geht. Hermes erhebt sich
HERMES: Dies ist also dein feiner Plan
Gar nicht dumm gedacht
Doch wart nur ab, mein Teufelchen
Wer über wen als letzter lacht.
Er bricht in schallendes Gelächter aus, die Bühne wird dunkel, man hört nur noch sein Lachen und den Anfang von „Phantom der Oper“.
INSTRUMENTAL PHANTOM DER OPER
VOR DER SCHULE
MEPHISTO: Das hier muss wohl die Schule sein.
Schüler (Chor) kommt aus der Schule gestürmt
Da kommt ja auch schon eine Horde Schüler an
Stopp du da, sag, ist das hier das Ludwigsgymnasium
SCHÜLER1: Jo.
MEPHISTO: Habt ihr denn jetzt keinen Unterricht?
SCHÜLER1: Nö, wir ham ne Freistunde.
MEPHISTO: Das kommt mir grade recht.
Wärt ihr bereit ein kleines Lied zu singen. Ich werd’ euch filmen.
SCHÜLER3: klar.
Mephisto teilt Blätter mit Liedtexten aus.
SONG 4 ANOTHER BRICK IN THE WALL
MEPHISTO: Danke.
SCHÜLER3: Bitte. Kein Problem.
MEPHISTO: Habt ihr eigentlich öfter Freistunden?
SCHÜLER1: Jo. In letzter Zeit schon. Früher war das weniger der Fall.
SCHÜLER2: Da war alles irgendwie strenger.
SCHÜLER3: Da hatten wir ja auch noch den Ali.
MEPHISTO: Wer ist denn Ali?
SCHÜLER2: Der kennt den Ali nit!! Ha,ha!
SCHÜLER1: Dann pass mol uff!
MÜLLERSZENE
SCHÜLER2: Mann! Gott sei Dank, hab ich eben noch die 3 c) gemacht!
SCHÜLER4: entsetzt Was für eine c)???
SCHÜLER2: Nun ja, die hatten wir auch noch auf!
SCHÜLER4: Oh Gott, das ist mein Ende! Ich muss mich sofort von diesem Kurs
Abmelden! Ahhhhh! Schüler stürmt ins Off
SCHÜLER5: Du, was denn für eine Aufgabe 3???
Müller betritt mit Baskenmütze und Kassettenrekorder in der Hand
den Saal, knallt seinen Koffer auf den Tisch, Schüler erheben sich,
Müller wartet kurz, dann:
MÜLLER: Bonjour mes amis!
SCHÜLER : Bonjour monsieur !
MÜLLER : Asseyez- vous !
SCHÜLER : Nous nous asseyons
Müller wartet kurz, öffnet den Koffer, Stille, schlägt Notizbuch auf
MÜLLER: So mal gucken, was der mir diesmal da so aufgeschrieben hat.
Holt Kassette hervor, legt diese ein; Schüler erleichtert
SCHÜLER6: Puh, das wäre geschafft!
MÜLLER: plötzlich Blatt Papier raus, Name drauf, Taschen dazwischen,
eins bis fünfzehn. Chacun pour soi et dieu pour tous.
Schüler in der ersten Bank hustet
Johannes, hast du gehustet?
SCHÜLER7: Äh, ja.
MÜLLER: Ab in die letzte Bank, aber dalli!
Schüler 2 packt seine Sachen zusammen
Nummero eins: ein Auto mit Klimaanlage; zwotens: der
Augenzeuge, Nummer fufzehn: le receleur.
Das wars. Alle Füller liegen. Rien ne va plus! Blätter an den
Außenrand ! Niemand schreibt mehr!
SCHÜLER7: Äh, Herr Müller, ich hatte aber noch keine Möglichkeit zu ...
MÜLLER: Nix, ab, her damit! Ich kenn alle Mätzchen!
So, wer hat keine Hausaufgaben? Wer ist ohne Fahrschein?
Peter meldet sich als einziger
Müller schlägt die Faust aufs Pult
Peter! Bist stink faul! Mit so ner Einstellung können wir
Dich hier nit gebrauchen. Du blockierst nur Ausbildungsplätze. Da
Kannste genauso gut Steine kloppen gehen! Kleine Kinder in Afrika wären froh, sie könnten hier sitzen! Wenn sich deine
Arbeitseinstellung nicht ändert, leg ich dir den Abmeldeschein in
deine nächste Arbeit rein!
So, dann wollen wir mal die Zeugnisnoten abklärn. Ihr schlagt vor!
Lorenz?
SCHÜLER8: 12.
MÜLLER: Sagen wir 09. Johannes?
SCHÜLER6: 09.
MÜLLER: Einigen wir uns in der Mitte. 05! Hassan?
SCHÜLER9: 14!
MÜLLER: jo. Benjamin?
SCHÜLER5: 06!
MÜLLER: Was! Peter, das is aber viel Holz! Wie willste die Note
Rechtfertigen?
SCHÜLER5: Nun ja, ich..äh....bin häufig da.....äh.....ich gieße die Blumen im
Klassensaal und ....hm ich hab die Hausaufgaben des öfteren
Wenigstens mündlich gemacht
MÜLLER: lacht 02, ts, ts!
Es gongt
So, lesen wa ma n’ bischen! Bücher aufschlagen! Seite 30! Wer hat denn lang nich mehr gelesen? Der Benjamin!
BENJAMIN: Ne j’etais jamais de Hoo. Et dje vaih aller...
MÜLLER: Willst du mich ärgern! Tu es un petit chinois! Bist wohl ein kleiner
Chinese, gell? Kannst dir nen Abmeldeschein holen gehen!
BENJAMIN: wütend, schlägt sein Buch auf Tisch und brüllt Das mach ich jetzt auch! Rennt ins Off
Es gongt, Lorenz fängt an, einzupacken!
MÜLLER: Lorenz, ich beende den Unterricht, und nicht der Gong! Hausaufgaben: Übersetzen, Seite 25 bis 75. Und du Lorenz machst das mal in dreifacher Ausfertigung. Einmal für dich, einmal für mich und einmal für den Direktor, damit der auch was zum Lesen hat!
BENJAMIN: aus dem Off Hier! Unterschreiben!
MÜLLER: Da, komm mach dich ab! Wir können dich hier nich brauchen!
MEPHISTO: Fantastisch. Ich bin entzückt. Mal sehn, was mir noch so für Lehrer
Begegnen!
GROBENSZENE
Glockenschläge ertönen, Donnergrollen,
eine Stimme aus dem Off ist zu hören
OFF-STIMME: Ladies and Gentlemen, please welcome the incredible, the un-
Believable, the irresistible Grandmaaaaaaaster GGGGggggggg!!
PLATTE Mr. BOOMBASTIC
Groben erscheint während des Songs auf Rollerblades.
Wird ans Pult geschoben, Frauen schwingen sich aufreizend an
Ihm vorbei ins Off. Groben auf Pult sitzend, zieht Blades aus
GROBEN: Guten Morgen, Freunde der Nacht! Wir beginnen dort, wo wir
Letzte Stunde aufgehört haben. Jetzt geht’s ans Eingemachte.
Aber keine Sorge, ich erspare euch eine Menge Schreibarbeit
er beginnt riesige Stapel Blätter auszuteilen
Merkt ihr was? Das ist sehr komplex. .........O nein!
Sirenen ertönen, Applaus setzt ein, eine Fanfare ist zu hören
Anne und Resal überreichen mit Küsschen Herrn Groben einen
Strauß Blumen; Stimme aus dem Off ertönt wieder
OFF-STIMME: Der helle Wahnsinn! Herr Groben, herzlichen Glückwunsch und
einen riesen Applaus. Sie haben soeben zum Einemillionendsten
Mal `Merkt ihr was` gesagt.
Groben lacht hilflos, verbeugt sich mit Victory- Zeichen
SCHÜLER9: Herr Groben wussten Sie, dass eine repräsentative Umfrage
ergeben hat, dass 79% aller Frauen in Deutschland auf blonde
Männer stehen, bei denen das sekundäre Dickenwachstum
besonders ausgeprägt ist.
GROBEN: kindisch Du bist blöd.
Ach übrigens, Andreas, deine Freundin ist schwanger.
ANDREAS: Von wem?
MIRKO: Von Herrn Groooben!
GROBEN: Mirko, du Knallerbse. Hat deine Freundin dich nicht mehr im
Griff? Lacht Komm mal an die Karte!
MIRKO: Och nö, Herr Groben!
GROBEN: Och doch, Mirko, zeig uns mal Saarbrücken!
Mirko stellt sich suchend vor die Karte und zeigt die Orte
Zeig uns mal Ottweiler!
Zeig uns mal Detmold, Mirko.
Zeig uns mal Novosibirsk
Assi Mirko, zeig uns mal das südmongolesische Schichtstufenland im Bereich der divergierenden Great- Barrier- Riff- Atomic- Hadley- Après-Ski- Jet- Stream- Zonen!
Ehrfurcht im Klassensaal
Mirko zeigt die Stelle auf der Karte sofort
Boah! Mirko! Du erfüllst mein Herz mit Freude! Respekt!
Ach, eine letzte Frage: Was bedeuten eigentlich diese grünen
Flächen auf der Karte?
MIRKO: unsicher Äh, ...hmm.......Wälder und Wiesen?
GROBEN: Mirko!!!! Wälder und Wiesen??? Bist du des Wahnsinns?
MIRKO: kleinlaut Dasselbe wollte ich Sie gerade fragen.
Groben geht zur Karte, zeigt auf Australien
GROBEN: Da is’ auch grün, gell? Das Grün da nennt sich Great Sandy Desert!
Ich lad dich gern mal dahin ein und wir gehen dann mal 3 Stunden
Wälder und Wiesen suchen. Das wär’ ein Spaß! Setzen!!
Mirko setzt sich
Leute, Leute, warum bin ich heute morgen eigentlich
aufgestanden? Irgend jemand Hausaufgaben? .....Nö?– War ja klar!
Mirko meldet sich
Mirko! O Gott!!
MIRKO: Sie dürfen mich ruhig weiterhin Mirko nennen, Herr Groben.
Groben schaut sich verlegen um, holt Geldbeutel hervor und gibt
Mirko einige Euro.
GROBEN: Mirko, könntest du mir einen Käseweck besorgen gehen?
MIRKO: Aber gerne, für Sie doch immer, Herr Groben. Vom Pausenverkauf?
GROBEN: Nee. Kennst du die Bäckerei drüben in Schafbrücke bei der
BMW- Niederlassung?
MIRKO: Jo.
GROBEN: Die haben sensationelle Käseweck. Davon will ich einen.
MIRKO: Okidoki. ..........Äh, dann verpass ich aber einen Teil vom Unterricht.
GROBEN: Tja, man kann sich halt nicht zweiteilen!
Mirko geht, schnipst, auf der anderen Seite kommt Boris herein und setzt sich an Mirkos Platz. Groben guckt verdutzt, schüttelt den Kopf, dann weiter,
Egal, weiter im Stoff, die Subsistenzwirtschaft kleinerer Stämme in Westvenezuela ist bei genauerer Betrachtung wirklich immens interessant und ihr werdet sehen......
Plötzlich klingelt das Handy von Herrn Groben
Ihr wisst ja: Wenn das Handy eines Lehrers im Unterricht klingelt, ist es immer ganz, gaaaanz wichtig! Entschuldigt mich einen Moment!
Geht ans Handy
Ja, ja.......genau. zur Klasse
Kinnas, ich muss kurz weg. Damit ihr euch nicht langweilt, lege ich euch schnell noch meinen Lieblingsfilm ein! Lauft nicht weg!
Verlässt den Raum
INSTRUMENTAL PETER BEI DER FEUERWEHR
Der Fernseher fängt plötzlich Feuer, Funken sprühen. Feuer ist auf der Bühne zu sehn
SCHÜLER10: Mann, Christoph! Hast du was an dem Ding verstellt?
SCHÜLER11: Nein, Mann!
Es gibt eine Explosion. Lautes Kreischen, schreien, Schüler springen auf. Groben betritt Bühne mit Supermankostüm.
GROBEN: Um Himmels willen! Da war bestimmt der verrückte Müller aus dem Chemiesaal mit seinen teuflischen Exparimenten am Werk. Ich muss diesen armen Geschöpfen sofort helfen.
INSTRUMENTAL BATMANMUSIK
Groben rennt zu am Boden liegenden Schülern
GROBEN: Der ist noch halb am Leben! Weiter!
Groben rettet Schüler, Panik bricht aus, Menschen laufen verwirrt über die Bühne
MENSCH1: Das ist ein Kochbuch! Das ist ein Kochbuch!
MENSCH2: Misses Jones! Misses Jones! Hier ist ein Geschenk für Misses Jones!
Groben zerrt eine panische Frau über die Bühne, die schreit
HILDE: neiiiin, Peter! Ich muss bei meinen lebenden Bio- Kulturen bleiben!
GROBEN: Vergiss es, Hilde. Das ist sowieso nur stinkender Müll.
Groben hat fast alle Menschen evakuiert, plötzliche Schreie von Anne, die von Flammen umringt ist
ANNE: Zu Hülfe! Ich werde gebraten! Hilf mir jemand!
SCHÜLER11: Um Himmels Willen, Herr Groben, unternehmen Sie doch was!
SONG 5 HELP
Herr Groben gelingt es, Anne zu retten
ANNE: Peter, mein Held! Lass uns heiraten, Kinder bekommen und glücklich werden! Du bist der Mann, auf den ich immer gewartet habe!
GROBEN: Anne, ich kann nicht! Ich habe ein Gelöbnis abgelegt! Keine festen Bindungen! Keine Kinder! Nichts, was mich aufhält! Ewiges Single- Dasein! Sorry, aber ich habe mich diesem Beruf- Erdkunde und Biologielehrer verschrieben. Das ist meine Bestimmung, mein Schicksal! Ich bin der Grandmaster! Und daran wird keine Frau, kein André und kein Valentin je etwas ändern können!
Groben küsst Anne auf die Stirn und wendet sich dann ab, er begibt sich wieder zu den Schülern
Verluste?
SCHÜLER12: Anja und Michael haben es nicht geschafft.
SCHÜLER13: Oh Mann, was machen wir, wenn das hier jemand sieht?
GROBEN: Ihr wisst ja, was ich euch in solchen Fällen immer rate: Wichtiges Gesicht machen und sich nichts anmerken lassen!
RINGSZENE
Klasse sitzt gelangweilt im Saal. Plötzlich rennt ein Schüler schreiend in die Klasse.
SCHÜLER17: Sie kommt!!
Frau Ring reitet zur Fuchsjagd ein, Fuchsjagdfanfaren erklingen, ganz in schwarz-rot gekleidet.
INSTRUMENTAL FUCHSJAGDMUSIK
Sie steigt vom Steckenpferd, geht zum Baldrianfass und nimmt einen Schluck. Im Hintergrund verklingt die Fuchsjagdmusik.
RING: Bonjour!
SCHÜLER: Guten Morgen!
RING: Bon, les devoirs pour aujourd'hui?
In der Klasse herrscht Totenstille. Die Band spielt ein leises Zirpen.
RING: schon sehr aufgeregt
Kinder, ihr müsst SCHREIBEN, SCHREIBEN, SCHREIBEN!!
Es gibt ja 'ier Leute, die haben mir noch NIE etwas abgegeben.
Ihr könnt mir auch per E-mail schicken, was ihr geschrieben 'abt,
wartet, ich gebe euch noch mal meine Adresse.
Sie wendet sich zur Tafel, rennt halb dagegen und schreibt an:
julittering@vivelafrance.fr
Eine Stimme aus der Klasse ertönt
SCHÜLER18: Frau Ring, fehlt da nicht ein..?
wird unterbrochen von Frau Ring, welche sich hektisch umdreht und ausruft:
RING: Nein, da fehlt kein "e"! Ihr ßeid ja schlimmer als die vom Bürgeramt. Die wollten mir meinen Pass auf "Juliette" ausstellen und 'aben gesagt "Julitte" wäre kein Name, Ich werde doch wohl noch wissen wie ich 'eisse, das kann ja wohl nicht sein
sie redet immer schneller und wird immer aufgeregter. Sie wirft einem Schüler in der ersten Reihe einen hilfesuchenden Blick zu. Dieser Schüler springt auf, und reicht ihr vom Baldrian; für kurze Zeit nimmt ihr Gesicht einen ruhigen, friedlichen Ausdruck an.
En tout cas, wenn mir keiner was schickt und ihr nischt übt, werdet ihr das in der Klassenarrbeit zu schpühren bekommen! Apropos Klassenarrbeit: Wann schreiben wirr die eigentlisch?
SCHÜLER1: Ei nächste Wochen, haben Sie den Plan noch nicht gesehen?
RING: Nächste Woche? Das ist völlig unmöglisch! Was haben die denn gemacht? Das kann doch nischt sein? Wer 'at denn das entschieden? Wieso sagt mir das keinerr? die oben genannte Szene wiederholt sich, die Frequenz ihres Tropfs wird erneut erhöht
RING: im Moment nun etwas ruhiger
'abt ihr eusch denn jetzt einen Dictionnaire für die Arbeit besorgt? Isch kann euch da sehr den "Mini-micro-Robert-poche" empfehlen, der ist nicht so umständlich.
Die Bühne verdunkelt sich, die Band spielt "Also sprach Zarathustra". Spot an. Ein Bollerwagen wird vorbei gezogen mit einem überdimensional großen Wörterbuch beladen.
SCHÜLER19: Oh Frau Ring, warum denn so ein Riesending? Keinen Bock das immer mit in die Schule zu schleppen!
RING: schon wieder etwas aufgeregter
Doch! Das muss sein! Ihr kennt so viele Wörter nischt! Wenn ich euch jetzt frage, was 'eisst "le receleur", dann .....
wird unterbrochen, die Schüler gähnen
SCHÜLER19: gelangweilt
...sag ich ihnen, das haben wir schon in der 9. Klasse beim Herr Müller gemacht.
RING: nun völlig ausser sich
Ach, so ein quatsch! Der 'err Müller? Der 'at doch gar keine Ahnung! Der kann doch gar kein Französisch, und ist noch nicht mal Muttersprachler.
will überlegen wirken
Tja, aber wenn ihr eusch das 'abt gefallen lassen, diese Methoden, dann seid ihr ja selber Schuld, dann kann eusch ja keiner mehr helfen...
SCHÜLER20: Ähm, Frau Ring? ....... Deshalb wussten wir das aber....!
RING: plötzlich ganz ruhig, dreht selber ihren Tropf etwas höher, ein Zirpen der Band im Hintergrund. Sie versucht die peinliche Situation zu überspielen.
RING: Bon, wir machen weiter, wer möchte lesen?
nur Bastian meldet sich
RING: Kinder, nischt imma nur der Bastian
nun meldet sich die ganze Klasse
RING: nach kurzem Zögern
Bastian, commence s'il te plaît!
Bastian beginnt zu lesen und stolpert über ein schwieriges Wort
RING: Il y a kkn ki connaît le mot?
Ein Schüler, welcher neben Dominic sitzt meldet sich
Personne?
Er beginnt zu schnippsen um auf sich aufmerksam zu machen, Frau Ring ignoriert ihn jedoch.
Dominic?
sie wirft Dominic einen hoffnungsvollen Blick zu, dieser schüttelt jedoch ratlos den Kopf. Der Schüler neben Dominic versucht weiter auf sich aufmerksam zu machen, schließlich nimmt Frau Ring ihn an die Reihe und er gibt die richtige Antwort
RING: Ach, der Dominic weiss einfach immer alle Wörter!
Dominic schaltet sich schließlich ein:
SCHÜLER21: Ähm, Frau Ring? Das hat eigentlich der ...............gesagt?!
RING: jedoch völlig überzeugt
hhhmmm, ja, aber der Dominic hat es ihm bestimmt vorgesagt!.... Kinder, der fällt mir ein, ihr müsst ja noch ein Referat machen, 'abt ihr euch jetzt ein Thema ausgesucht? Will nicht jemand das schöne Thema "chanson" vorstellen?
MEPHISTO: Oh Go....., bloß nicht!!!
RING: Das ist so ein schönes Thema! Chansons sind so etwas wundervolles..
MEPHISTO: ...langweiliges..
RING: ...tiefgründiges...
MEPHISTO: ...schmalziges..
RING: Ich singe eusch jetzt eine von meine Lieblingchanson vor, ihr könnt dann ja mitsingen.
Schüler stöhnen genervt auf
RING: Au Champs-Elysée...
In diesem Moment stürzt Herr Groben in die Klasse, macht seine charakteristische Handbewegung uns sagt:
GROBEN: Merkta was? Genau hier hat Napoleon eine Schneise geschlagen!
Die Schüler blicken ihn verdutzt an und weisen ihn an die Klasse zu verlassen
Schon seit geraumer Zeit schleicht Mephisto durch die Schülerreihen und flüstert den Schülern etwas ins Ohr
RING: Setzt erneut an Au Champs-Elysée...
Plötzlich springen sämtliche Schüler auf, stürzen sich auf Fr.Ring., fesseln und knebeln sie und stimmen die NOFX-Version des Liedes an.
SONG 7 CHAMPS ELYSEE
Gegen Ende des Liedes beginnt sie zu schreien, psychodelisches Licht, Fr.R.s Kopf beginnt zu rauchen (Nebelmaschine?), plötzlich Licht aus und platzt.
PAUSE
INSTRUMENTAL
SEKRETARIATSZENE
Mephisto betritt das Sekretariat
MEPHISTO: Guten Tag, Entschuldigung, ich suche den fliegenden .. äh, Frau
liest von einem Spickzettel ab NIEDERLÄNDER.
SEKRET.IN: Ja guter Mann, wissen Sie denn nicht?
Verschwörerisch Frau Niederländer ist doch von uns gegangen!
MEPHISTO: zieht einen Organizer hervor und blättert hektisch darin
Das ist nicht möglich! Das wüsste ich!
SEKRET.IN: Sie hat den Beruf gewechselt ….. worden, also … Äh, es gab da doch dieses tragische Ereignis mit dem Abiturjahrgang 2003
Sie ist jetzt in der Touristikbranche tätig, Sie betreibt ein Reisebüro … „Scheffel-Tours“ in der Günzelstraße 6.
MEPHISTO: aufgeregt
Man weise mir den Weg zu ihr!
SEKRET.IN: leise
Pälzer!
Sie weist ihm den Weg
SCHULHOFSZENE
Mephisto steht auf dem Schulhof, in eine Rauchwolke gehüllt.
SCHINDLER: springt im Karateanzug auf die Bühne und fährt ihn an
Rauchen ist auf dem Schulhof verboten!!
Er vertreibt Mephisto mit routinierten Karatekicks von der Bühne.
Es ertönt Jacky-Chan Musik im Hintergrund
INSTRUMENTAL JACKY CHAN
Mephisto flüchtet, er begegnet einer Gruppe von Schülern, die auf dem Schulhof malen. A. Allmers hält Unterricht.
ALKE: Allmers dreht sich um
Mephilein du hier?
MEPHISTO: verdutzt Ach Alke, du bist’s??!
Man merkt wie er Angst bekommt
Nein, nein, ich bin schon fast wieder weg!!
ALKE: Das glaube ich nicht! Hock dich hin und mal!
MEPHISTO: Ich habe keine Zeit dazu
Lass mich doch bitte damit in Ruh!
ALKE: Na was solls, du kannst ja eh nicht malen. Das konntest du ja damals schon nicht. Aber ich sach dir, ich hab Schüler, die sind noch schlechter.
Neulich hat mir jemand ein Bild abgegeben, ... grottenschlecht. Aber volle Möhre, wie der daneben gehauen hat.
SCHÜLER7: zeigt Bild Kann ich das so lassen?
ALKE: Das is ja gar nix. Das können die in der 5 ja besser. Wenn ich das seh, krieg ich das große Kotzen. Gib mir mal n Stift.
Sie malt wild im Bild herum
MEPHISTO: Ich glaub, ich geh’ dann jetzt noch mal!
ALKE: Stopp, warte. Oder dann geh’ halt. Aber nach dem Unterricht muss ich mit dir noch mal sprechen. Es gibt noch was wichtiges.
Mephisto nickend ab
NIEDERLÄNDERSZENE
Die Lindenstraßenmusik ertönt, man sieht das Reisebüro „Scheffel-Tours“
Frau Niederländer ist am telefonieren. Mephisto tritt ein, wird angewiesen, nur kurz Platz zu nehmen.
INSTRUMENTAL LINDENSTRAßE
NIEDERL.: ... ja, Theaterkarten kann ich ihnen auch gleich dazu besorgen, Freizeitaktivitäten plane ich besonders gerne! Früher in meiner Zeit am Ludwigsgymnasium, ….. sie beginnt zu träumen.
Schulzimmer, Weihnachtsfeier, Schüler reden, Frau Niederländer tritt ein, Mephisto filmt
NIEDERL: Guten Morgen, liebe Schüler! Ich freue mich sehr, dass ihr so zahlreich zu der alljährlichen Weihnachtsfeier erschienen seid. Aber so können wir natürlich nicht beginnen. Ja, stellt bitte die Bänke in U- Form
Schüler stellen Bänke um
Stell die Bank da hin, ... nein, doch vielleicht lieber dort, ... oder
Besser hierhin
MEPHISTO: Bereitung braucht es nicht voran
Beisammen sind wir, fanget an!
NIEDERL: So jetzt können wir anfangen. Seht mal, was ich für euch
Mitgebracht habe, liebe Kinder.
Legt eine große Menge Gebäck auf den Tisch
Wie sollen wir jetzt weitermachen?
SCHÜLER14: Wie wärs, wenn wir direkt die Wichtelgeschenke verteilen?
NIEDERL: Neeeiiin, das halte ich für keine gute Idee, dann ist es ja gar nicht
mehr spannend
Schüler stöhnen gelangweilt
NIEDERL: Ja, ich habe mir ein besonders schönes Thema für die Weihnachts-
Feier überlegt: wir machen weiter mit dem Unterrichtsstoff. Ja, wir
Müssen uns schließlich aufs Abitur vorbereiten, insbesondere
unseren Scheffelpreisträger
Sie grinst Richard an, Schüler verdrehen Augen
Ich weiß zwar, dass der Scheffelpreis auf jeden Fall mir, ....
Ähm, ... uns gehört, denn bis jetzt hatte ihn jeder meiner LK’s!
Herr Gräff hat mit seinem LK sowieso keine Chance!!!
SCHÜLER8: Also Frau Niederländer, sind sie sich da so sicher? Schließlich schläft die Konkurrenz nicht!
Schüler deutet auf schlafenden Wolfram
NIEDERL: winkt ab
Wir werden sehn, immerhin bin ich ja noch der Zweitkorrektor.
Der Grund- ..... ähm ... Leistungskurs von Herrn Gräff muss im Gegensatz zu uns noch viel lernen. Nicht wahr, Wolfram?
Wolfram schläft, schnarcht
Wolfram!
SCHÜLER15: Ja, ja, genau.... schläft weiter
SCHÜLER16: Wie ist das eigentlich mit der Parisfahrt? Machen wir die noch?
NIEDERL: ja, ja, ich hab schon gehört, dass Herr Gräff nach Paris fährt, aber wenn wir das machen, dann schon richtig, nicht bloß drei Tage, sondern mindestens eine Woche. Ich weiß zwar nicht wann und wie, aber wir machen das. Vorerst schließen wir uns aber für einen Tag Herrn Groben an, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Es gongt, die Stunde ist zu Ende
Frau Niederländer kehr von ihrer Träumerei zurück
Seufzt Ja, ja, damals im Ludwigsgymnasium ....
Was war das doch eine Zeit .....
SONG 6 WHAT A WONDERFUL WORLD
Die Tür öffnet, T. Gräff betritt den Raum, von etlichen ehemaligen (gutaussehenden) Niederländerreferendarinnen begleitet. Frau Niederländer wird aus ihren Träumen gerissen, sieht ihn, bemüht sich aber, die Fassung zu bewahren.
Herr Gräff nimmt Platz, stellt fest, dass es hier sehr warm sei, zieht sein Jackett aus. Auf seinem T-Shirt ist deutlich „Fachleiter Deutsch“ zu lesen.
GRÄFF: Wir hatten uns ja schon unterhalten, wegen der Südseereise, ich habe mir da mal auf eigene FAUST
Mephisto, welcher schon die ganze Zeit am filmen ist, schreckt kurz hoch
einen Ausdruck über ein günstiges Angebot aus dem Internet besorgt.
Er zückt einen Zettel, stutzt ……
GRÄFF: Oh, da habe ich mich wohl daheim vergriffen! Das ist ja der Scheffelpreis!
Auf dem Zettel, welchen er ihr auf den Tisch legt, kann man als Überschrift „Scheffelpreis 2003“ lesen.
Frau Niederländer verfällt in den selben apathischen Zustand, wie in der Filmszene im Sekretariat, Herr Gräff mit den Referendarinnen lachen ab.
Mephisto nimmt das Geschehen noch auf Video auf
MEPHISTO: Ich geh’ jetzt lieber weiter, denn mit all denen sich beladen
Das kommt dem Teufel selbst zu Schaden.
LUDWIGSZENE II
Mephisto tritt ein, geht zur Theke, lässt sich auf einen
Hocker fallen, legt Video neben sich auf die Theke
MEPHISTO: Eine Bitte, groß und schwer;
Ich tränke gern ein Glas, meinen Triumph hoch zu ehren!
Das möchten Sie doch nicht verwehren?
Wirt schüttelt Kopf und schenkt aus
Mephisto zeigt dem Publikum seine leeren Taschen
Im Übrigen sind meine Taschen leer.
WIRT: Das erste Bier, das geht aufs Haus.
Wird auch das zweite nicht bezahlt, .... dann raus!
Fußballstadiengeräusche, Wirt hält Buch „Reime
Für Anfänger“ hoch
Und wenn de Geld brauchscht, geh do hinne hin.
Tisch in einer Ecke wird beleuchtet, Hermes schwarz-
bemantelt, spielt mit Hoarschd u. Weißmann
Hermes bewegt Hütchen schnell, Weißmann feuert mit
langsamen Klatschbewegungen Hoarschd an.
Hoarschd gewinnt blind.
HERMES: Hopp Rainer,
Jetzt ist deine Stund’ gekommen.
Erst fünfzig mal von vorn begonnen
Schaffst du’s bestimmt,
Ganz unvergrimmt.
Hermes bewegt Hütchen langsam, zeigt öfters die Kugel,
Weißmann tippt nach langem Überlegen falsch,
Hoarschd bricht in Gelächter aus.
MEPHISTO: Was hat das Glück mir heut’ nicht alles schon gebracht.
Dies eine Spiel werd’ ich noch wagen.
Nur ein paar Minuten schnell gemacht,
Wird mir der Alkohol nicht mehr verzagen.
HERMES: Im Jackpot ist ne Menge drin zeigt auf Weißmann
Komm schnell her und setz’ dich hin.
Weißmann erschrickt als Mephisto von hinten auftaucht u.
wirft die Hütchen mit der Kugel um, Mephisto erkennt
Hermes nicht
Hups, die Kugel ist wohl nicht mehr da-
Mir ist auch schon so sonderbar.
Für heute Abend ist jetzt Schluss.
Der Genuss wird sonst zum Überdruss.
Oskar trommelt vorbei
MEPHISTO: Nicht so schnell, mein guter Herr.
Ich möchte gern noch etwas zu mir nehmen.
Dazu bedarf’ es ihrer Hilfe sehr.
Denn auch der Wirt beginnt nach Geld zu sehnen.
HERMES: Doch fehlt mir, zeig ich auch guten Willen,
Die Kugel, deinen Durst zu stillen.
Mephisto wühlt in seinen Taschen, entfernt Band aus der
Kamera
MEPHISTO: Nimm meine Kamera, sie ist als Einsatz zu verwenden.
Und dies’ wertvolle Band darfst du als Kugel gar
verschänden.
Jedoch pass auf, dass es hier nicht verloren geht.
Auf jeden Fall will ich es wiederhaben.
Es zählt nur zu den Leihgaben.
Es liegt mir gar zu sehr am Herzen, wie ihr seht.
Spiel beginnt, Mephisto gewinnt
Kaum hat das Spiel begonnen,
Hab’ ich auch schon gewonnen.
Gebb jedem was aus Wirt, wir mache jetzt enner druff.
M. hält Buch „Saarländisch für Anfänger“ hoch.
Den ersten Teil erst hab’ ich gelesen.
Und schon kenn’ ich mich aus am Tresen.
Gefeier, Gegröhle, Lieder setzen ein
SONG 8 BIS ZUM BITTEREN ENDE
HERMES: zieht ein Band aus der Tasche, vertauscht es mit Mephistos
Und hält dieses triumphierend in die Höhe
Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann,
Ist verdammt sie zu wiederholen.
EPILOG IM HIMMEL
Auftritt Mephisto und Alke
ALKE: Und du bist dir ganz sicher?
Du kannst mich da rausholen?
MEPHISTO: Ja. Wenn ich ihnen zeig, was ich gesehn,
Dann ist es um die Schule schnell geschehn!
Man wird sie dann auflösen müssen
Und du bist frei, du kannst dann geh’n.
ALKE: Ok. Ich werd’ dich dann begleiten.
Ich bleib’ bei dir und zwar ständig.
MEPHISTO: Also, äh, das ist nicht unbedingt notwendig
Ich komm auch gut allein zu recht.
Und ich hab’ ja noch den kleinen Knecht.
Der hat doch immer Angst und ist so scheu
Gegenüber allem was ihm Unbekannt und Neu
Wo steckt der eigentlich schon wieder?
ALKE: Du hattest doch ne wichtige Mission.
Da hab’ ich gedacht, damit er dich nicht stört ....
MEPHISTO: Hast du ihn halt betört?
ALKE: Nein, das hab’ ich nicht. Das ist nicht wahr.
Er ist von sich aus mitgegangen.
Im Übrigen brauch’ ich ihn nicht mehr lang.
Du kannst ihn bald schon wieder haben.
Ich geb’ ihn dir zurück. An Walpurgisnacht.
MEPHISTO: So sag, was hast du denn mit ihm gemacht?
ALKE: Er ist bei mir im Kunstsaal. Ich brauch ihn dort.
Er steht dort jeden Tag Portrait.
MEPHISTO: Das kann ich eigentlich nicht akzeptieren.
Denn die Gefahr ist groß, ihn gänzlich zu verlieren.
Jedoch bei dir bin ich zu einer Ausnahme bereit
Ich überlass ihn dir für diese kurze Zeit
ALKE: Das find ich sehr kulant von dir
MEPHISTO: Doch die andre Bitte muss ich verwehren,
Mich zu begleiten, kann ich dir nicht gewähren.
ALKE: Hauptsache du befreist mich aus der Schule
Dann bin ich bereit auf diese Bitte zu verzichten.
MEPHISTO: Das denk ich lässt sich so einrichten.
Hab’ ich die Wette erst gewonnen
Dann bist du frei und mir gehört der Faust
SONG 12 I FEEL GOOD
Mephisto und Alke verlassen die Bühne
Der Vorhang geht auf.
Herrin und 4 Engel spielen Schach, später tritt Hermes auf
HERR/IN: setzt eine Figur
Jetzt bin ich aber gespannt, wie ihr da noch ziehen wollt.
Gardez la dame!
GABRIEL: Setz die Dame auf a6!
MICHAEL: Nein, Bauer c2- c4!
4. ENGEL: fanatisch
Zieh den Läufer, zieh den Läufer. Der macht sie alle platt!
GABRIEL/ Raphael zieht eine Figur
MICHAEL: Nein, nicht den!
4. ENGEL: Warum denn nicht den Läufer?
RAPHAEL: Schach!! .............. Matt!!!
Herrin verdutzt, Hermes tritt auf
HERR/IN: Das kann nicht sein. Ich hab’ noch nie verloren!
Das ist bestimmt kein Matt- ..... Moment .....grübelt
Hermes nähert sich dem Geschehen, wirft Videokassette auf
das Schachbrett, die Figuren fallen um
HERMES: Ich fürchte, es wird sich nicht mehr feststellen lassen, wer von euch gewonnen hat. Da müsst ihr noch mal neu anfangen.
Herrin wirft Hermes eine Kusshand entgegen, lehnt sich entspannt zurück
4. ENGEL: entsetzt Nein!!! ... hebt den umgefallenen Läufer auf , vorwurfsvoll ....Du hast den armen, unschuldigen Läufer getroffen. Dabei hat der gar nichts gemacht!
GABRIEL: Tja, Kollateralschäden.
HERR/IN: Du, Hermes, bist schon wieder da?
Ich hoff’ Du hattest auch Erfolg
Hast Du Mephistos Kreise stören können?
HERMES: Das ist mir wohl geglückt.
Der Beweis dafür liegt vor euch,
Er bewahrt euch vor der Niederlage.
HERR/IN: Dies Band?
HERMES: Dies Band!
HERR/IN: Sie umarmt Hermes Mein Triumph.
HERMES: Euer Triumph!
Mephisto hätte damit großen Schaden anrichten können.
Dies Band in den Händen eines Schurken, das wäre
HERR/IN: ... entsetzlich
HERMES: ... unverantwortbar
HERR/IN: einfach schrecklich!
4. ENGEL: schrecklich? Was! Wisst ihr was schrecklich ist? Der arme
Läufer- unschuldig – ahnungslos – ohne Vorwarnung
MI/ GA/ RA: Bitte!
4. ENGEL: Einfach so, … Peng!!! , einfach so!
MI/ GA/ RA: mit Nachdruck Bitte!!
HERMES: Mephisto weiß noch nichts davon
Er ist sich siegessicher
HERR/IN: Umso größer mein Triumph
Ich wusste ja, dass ich gewinn’
Ich hab’ noch nie verlor’n
Und vor Mephisto hab’ ich meine Ruh
Die Achse des Bösen ist zerschlagen.
Das Gute hat gesiegt.
Hermes, du darfst mir gratulier’n zu meinem Sieg!
HERMES: gratuliert
Meine tiefste Hochachtung vor eurem Geschick!
Engel gratulieren nacheinander
RAPHAEL: Euch gebührt ein Höchstmaß an Bewunderung
MICHAEL: Meinen herzlichsten Glückwunsch!
GABRIEL: Gratulation!
4. ENGEL: weigert sich, schüttelt den Kopf
RA/MI/GA: Los, mach schon!
4. Engel schüttelt energisch den Kopf
Ra/Mi/Ga schieben 4. Engel zur Herrin
4. Engel gratuliert widerwillig mit gesenktem Kopf
HERMES: Dürft ich euch bitten, ... na ja, immerhin,... ich mein,
Ich war an dem Erfolg ja auch beteiligt...
HERR/IN: Ach so, deine Belohnung?
HERMES: Die Belohnung mein ich, ja.
HERR/IN: Die Belohnung wirst du noch erhalten,
Komm nachher in aller Ruhe zu mir.
HERMES: Ich werd’ das Band jetzt noch zerstör’n
Dann wird die Nachwelt nie die Wahrheit kennen lernen
Man wird die Schule in bester Erinnerung behalten.
Sie wird als Vorbild für andere dienen können
4. ENGEL: Manipulation, Propaganda, Desinformation ...
Hermes zerstört das Band
HERMES: Das letzte Beweisstück ist vernichtet.
HERR/IN: Jetzt ist mein Sieg endgültig.
SONG 9 I WILL SURVIVE
SONG 10 EVERYBODY NEEDS SOMEBODY
SONG 11 WE ARE THE CHAMPIONS
Holt den Sekt!
Ra/Mi/Ga holen Sekt und öffnen möglichst synchron
Rechts: Engel sitzen am Tisch, spielen Skat.
Links: Herrin u. Hermes mit Sektglas, Hermes kniet zu
Füßen der Herrin, leichte Unterhaltung, mglw. mit
versteckter erotischer Gestik der Herrin
evtl. Chor tanzt in der Mitte
4. Engel torkelt mit Sektflasche herum.
Locker, beschwingte Instrumentalmusik,
INSTRUMENTAL ???
MEPHISTO: Ich höre was von Instrumenten tönen.
Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewöhnen.
Band hört auf zu spielen
Zur Band:
Vielen Dank. So lässt sich’s leichter hier etragen.
Beinah schon platzte mir der Kragen.
Was ist hier eigentlich im Gange?
Ich dacht im Himmel hier zu sein.
HERR/IN: Sei gegrüßt mein guter Freund!
Du kommst genau im rechten Augenblick.
MEPHISTO: Das ist stets so mein Geschick.
Doch sag, was ist hier oben los?
HERR/IN: Wir feiern wie du siehst.
Möchtest du ein Gläschen haben?
MEPHISTO: Danke. Aber ich kann mich an dem Fusel da nicht laben.
Ich tränke gern ein Glas, eure Feier hoch zu ehren.
Wenn eure Weine nur ein bisschen besser wären.
Zudem hab’ ich heut starken Kopfschmerz
Und der ganze Alkohol drückt bei mir aufs Herz.
HERMES: Wie kommt’s das Ihr nichts trinken wollt?
Es scheint beinah, als hättet ihr heut schon gefeiert
Und dabei wohl zuviel getrunken?
MEPHISTO: Du hast ihn ja noch immer, den Halunken?
Ich hab dir doch geraten ihn zu feuern
Der ist zu gar nichts zu gebrauchen.
HERR/IN: Lass das doch meine Sorge sein.
MEPHISTO: Jedoch von einem andern musst du dich nun trennen
Der Faust, er ist von nun an mein.
Denn die Wette hast du klar verloren.
Und als Einsatz hatten wir den Faust doch auserkoren.
HERR/IN: Das stimmt. Doch es steht der Beweis noch aus.
MEPHISTO: Genau, den Beweis rück ich jetzt raus.
Mephisto holt das Band hervor
4. ENGEL: Gib acht, ich warne dich. Leg dieses Band nicht ein.
Sie wollen dich blamieren.
Tust du es doch, wirst du die Wette halt verlieren.
MEPHISTO: Was du nicht alles zu erzählen hast.
So klein du bist, so groß bist du Phantast.
Mephisto hält das Band hoch
Das hier ist meines Sieges Garantie.
Was ihr nun seht, das ist Beweis genug.
Mephisto legt das Band ein, Band wird vorgespielt
MEPHISTO: Doch was war das? .............. Betrug!
4. ENGEL: Ich hatte’s doch gesagt; doch er war neun-mal-klug.
MEPHISTO: Das da hab’ ich doch gar nicht aufgenommen
HERR/IN: Ich bin beeindruckt und benommen
Ein nettes Filmchen hast du uns da präsentiert.
Wir haben deinen Vortrag gänzlich toleriert.
Der Unterhaltungswert war wirklich gut.
Und ich bewundre deine Courage und dein’ Mut,
Mit so was hier ernsthaft zu erscheinen
Und dann zu behaupten, die Wette habest du gewonnen.
MEPHISTO: Das da hab’ ich doch gar nicht aufgenommen.
HERR/IN: Er macht wirklich seinem Ruf als Schalk nun alle Ehre.
Doch er sage nicht, dass er den Faust dafür begehre.
MEPHISTO: Ich kann mir das hier auch nicht ganz erklären
Eine kurze Zeit der Überlegung musst du mir gewähren.
Wer kann mich über diesen Fehler denn belehren?
Es scheint, ich müsst den Faust nun doch entbehren.
Ein Verdacht trägt dazu bei mein Ärger noch zu nähren.
Hermes erscheint von hinten mit schwarzem Mantel
HERMES: Ich könnte deine Verwirrung glaub’ ich klären.
Mephisto dreht sich um, erkennt Hermes, bemerkt Betrug
MEPHISTO: Jetzt wird mir so einiges hier klar.
Du Gauner, Lügner, Lumpenpack.
Erst jetzt erkenn’ ich dich in deinem schwarzen Frack.
Ist dir dein mieses Leben lieb?
Dann rück das Band heraus, du Dieb.
HERMES: grinsend
Aber dies wertvolle Band durft’ ich als Kugel gar
verschänden
Jetzt ist es längst kaputt. Es musste ja so enden.
MEPHISTO: drohend, --- Donnergeräusche, Lichteffekte, Hermes
bekommt Angst, weicht zurück
Du feiger Kerl, so hau nur ab und weiche
Es nutzt dir nichts. Ich seh’ in dir schon eine Leiche.
3 Engel treten dazwischen und schirmen Hermes ab
Solltet ihr den Zutritt mir verneinen,
Ich bin der Mann, das Glück euch zu beschleunen.
HERR/IN: Was ist hier los? Was soll das denn? So haltet ein!
Mephisto droht weiter
Ja hört ihr schlecht. Ich sagte: HALT .... Warum Gewalt?
Hermes hält „Halt- Warum G.- Schild“ hoch, 3 Engel
ziehen Pässe hervor und halten sie Mephisto entgegen.
Mephisto weicht beim Anblick der Pässe zurück
MEPHISTO: Dieser hier hat mich um meinen Sieg betrogen.
Er hat mir nämlich den Beweis entzogen.
HERMES: Was erzählt Ihr da für einen Mist?
So was würd’ ich nie tun als frommer Christ.
Orgeltöne unterstreichen das Gesagte
MEPHISTO: Er wagt es nicht nur, zu betrügen,
Sondern fängt nun auch noch an herumzulügen.
HERR/IN: wütend zu Mephisto
So langsam reicht’s, du hast dir nun genug erlaubt.
Ich hoffe, du erwartest nicht, dass man dir glaubt.
Erst behauptest du, den Beweis zu besitzen.
Sodann zeigst du uns jenen lächerlichen Film.
Und nun beschuldigst du sogar mein Personal.
Mir reicht’s. Ich will nun weiter nichts mehr hörn.
MEPHISTO: Aber, ............, aber ....
Herrin drückt auf Fernbedienung,
Stimme von Herrn Wilhelm aus dem Backround
WILHELM: Diskutier nicht, Knabe!
MEPHISTO: wendet sich niedergeschlagen ab; zu Publikum:
Bei wem soll ich mich nun beklagen?
Wer schafft mir mein erworbnes Recht?
Du bist getäuscht in deinen alten Tagen,
Du hast’s verdient, es geht dir grimmig schlecht.
Ich habe schimpflich missgehandelt.
Ein großer Aufwand, schmählich ist vertan.
SONG 13 EIN GUTER TAG ZUM STERBEN
ALKE: tritt auf Mephilein!
MEPHISTO: Oh nein!
ALKE: Aber Mephilein!
MEPHISTO: zu Publk. Nun erscheint auch sie hier noch zu meiner Pein.
ALKE: Ich komme zu dir und zwar nicht allein.
Ich hab’ den kleinen Knecht dir mitgebracht
Du siehst ihn garantiert gern wieder, habe ich gedacht.
Hast du die wette schon gewonnen?
Bin ich jetzt frei? Kann ich die Schule nun verlassen?
Ich hab’ für unsre Feier einiges dabei.
Stellt Einkaufskorb auf einen Tisch, packt Cola-light aus
Karotten, etc.
MEPHISTO: Erstens, du bist nicht frei
Und wirst es so schnell wohl auch nicht werden.
Zweitens, an den im schwarzen Mantel dort gehen alle
Etwaigen Beschwerden
Und drittens, ich bin nicht in der Stimmung nun zu feiern.
ALKE: Wie? Sag bloß du hast die Wette doch verloren?
MEPHISTO: Macht es dir Spaß in dieser Wunde noch zu bohren?
ALKE: Dann hast du dein Versprechen ja gebrochen.
Das wird dich teuer zu stehen kommen sie droht
MEPHISTO: Ich bitte dich, so hab’ Geduld!
Alke verschränkt die Arme
Verzeih mir doch. Es war nicht meine Schuld.
ALKE: Nein! Niemals!
MEPHISTO: Ok. Dann eben nicht. Mir ist es recht.
ALKE: Na gut, ich werde dir verzeihen.
Doch zwei Bitten darfst du mir dann nicht ausschlagen!
MEPHISTO: Sie seien dir gewährt. Ich hoff’, dass sie mich nicht so
plagen.
ALKE: Erstens erbitte ich den kleinen Knecht für mich!
MEPHISTO: Bitte sehr, der kleine Knecht er geht an dich!
ALKE: zu Knecht Hast du gehört, du bist von jetzt an mein!
KNECHT: Danke! Ach, es ist nicht der Schmuck allein;
Sie hat ein Wesen, einen Blick so scharf!
Wie freut michs, dass ich bei ihr bleiben darf!
ALKE: zu Meph. Und zweitens wird’ ich dich begleiten,
Solange bis ich wieder in die Schule muss!
MEPHISTO: Man gebe mir den Gnadenschuss!
Das ist doch wohl jetzt nicht dein ernst?
ALKE: Doch, ich bleib bei dir, damit du mich nun kennen lernst!
MEPHISTO: Ich bereue meine Fehler sehr
Und bejammer’ mein Unglück noch viel mehr!
HERR/IN: feierlich Das wäre also auch geklärt.
Doch ich muss das traute Glück jetzt leider bitten,
Euch zwei nun an den Händen zu fassen
Und gemeinsam dann den Himmel zu verlassen!
Denn auch wir haben noch zu tun!
ALKE: So komm, Mephilein!
HERR/IN: Und du, Hermes, kommst mit mir,
Denn deine Belohnung steht noch aus!
Herrin hält Hermes’ Hand, Alke Mephistos
Hermes, Mephisto in der Mitte, Damen ziehen nach außen
RAPHAEL: Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis
GABRIEL: Das Unzulängliche
Hier wird’s Ereignis;
MICHAEL: Das Unbeschreibliche,
Hier ist es getan;
HERMES/
MEPHISTO: Das Ewigweibliche
Zieht uns hinan.
SONG 14 SCHÖNEN GRUSS, AUF WIEDERSEHN
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