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Von Mambo Nr. 5 bis „Yam-Ba-Daa“
Ein kleiner Abriss aus zwei laaangen Jahren „Spocht-GK“ bei Drill-Instructor Bost

Es war einmal ein grauer Dienstagmittag im Jahr 2001 am LG, als unser Schicksal seinen Lauf nahm. 17 unerschrockene, hoffnungsvolle Schülerinnen der Klassenstufe 12 glaubten durch die Wahl der Schwerpunktsportart Gymnastik-Tanz den Qualen und Anstrengungen des „Horscht-Spochtes“ der Mittelstufe entkommen zu sein. Doch das sollte sich als fataler Irrtum herausstellen.
Bereits fünf Minuten nach dem Zusammentreffen zogen dunkle Gewitterwolken auf. Die erste niederschmetternde Nachricht kam von Michael B. aus R., der sich urplötzlich und unerwartet entschied, sich doch nicht der Gymnastik-Tanz-Gruppe anzuschließen, was jegliche Hoffnung auf ein wenig Heiterkeit in unserem düsteren Sportalltag zunichte machte. Dies konnte nur noch von Drill-Instructor Bost höchstpersönlich übertroffen werden: „Schwimmen oder Leichtathletik? Das ist hier die Frage.“. Als sich das anfängliche Entsetzen gelegt hatte, kamen wir zu folgender Kombination überein: Gymnastik-Tanz, Schwimmen, Badminton.
Eine Woche später …
Drill-Instructor Bost, dynamisch, beschwingt, motiviert, betritt die Turnhalle, bewaffnet mit einem ominösen Gerät, das uns wenig später als CD-Player vorgestellt wurde und einer geheimnisvollen Tüte. Im Nachhinein wünschen wir uns, den Inhalt der Tüte nie kennen gelernt zu haben. Unsere erste Tanzdisziplin lautete: „Das Band!“. Nach wenigen Minuten weihte uns Drill-Instructor Bost in die Vielfalt dieses Sportgeräts ein: liegende Schlangen, stehende Schlangen, Schlangen vor dem Körper, Schlangen um den Körper, Schlangen neben dem Körper, etc. Noch abwechslungsreicher gestaltete sich der musikalische Teil dieser sportlichen Disziplin. Wie bereits drei Schülerjahrgänge vor uns konnten auch wir uns an den folgenden Dienstagnachmittagen nicht der Dauerbeschallung durch Lou Begas Mambo Nr. 5 entziehen. Ehemalige LG-Schülerinnen sind im Canossa auch heute noch eindeutig an ihren schmerzverzerrten Gesichtern identifizierbar, sobald die ersten Töne dieses Qualitätstitels erklingen. Aber nicht nur das Band sondern auch Ball, freier Tanz und Seil stellten uns vor bis dahin ungeahnte Schwierigkeiten (Zitat: „Wie soll ich denn diese scheiß fünf Minuten voll kriegen, wenn ich nicht tanzen kann?“).
Während bei Gymnastik-Tanz wenigstens noch alle mit Anwesenheit glänzten, musste unser Kurs bei der nächsten Etappe, Schwimmen, große Verluste beklagen. Neben dem Spitzenreiter Chlorallergie waren auch Erkältungskrankheiten aller Art sowie jeden Dienstag plötzlich auftretende Monatsblutungen beliebte Entschuldigungsgründe. Diejenigen wenigen, denen keine passende Entschuldigung eingefallen war, stürzten sich todesmutig in die Fluten, wobei sie stets von ermutigenden Kommentaren von Frau Bost begleitet wurden (Zitat Drill-Instructor: „Melanie, wenn du ein Hund wärst, würdest du mit deiner Eleganz und Geschwindigkeit beim Kraulen auf den Hunde-Schwimm-Weltmeisterschaften bestimmt unter die ersten drei kommen.“). Zum Glück wurden unsere kläglichen Schwimmversuche durch den Beginn der Sommerferien beendet.
Wir dachten, dass das Schlimmste nun überstanden sei, doch nach den Ferien belehrte Drill-Instructor Bost uns eines Besseren. Selbst als Mensch bekannt, der keine schweißtreibenden Sportarten scheut (sie bestreitet schließlich jeden Tag, bei Wind und Wetter, den Weg zur Schule mit dem Fahrrad) wollte Drill-Instructor Bost auch unsere konditionellen Fähigkeiten erproben, indem sie geschickt den wohl heißesten Tag des Jahres aussuchte, um uns um 14.00 Uhr bei 30° Celsius an der Saar entlang zu hetzen. Mit diesem Start ins (hoffentlich() letzte Schuljahr betrachteten wir die abschließende Einheit, Badminton, als willkommene Erholung. Als wir alle mit Feuereifer unsere, in früher Kindheit gesammelten, Garten-Federball-Kenntnisse umzusetzen versuchten, startete der Drill-Instructor einen verzweifelten Versuch, uns eine saubere Badmintontechnik beizubringen. Als legendär und unvergesslich wird uns auf immer und ewig der „Yam-Ba-Daa-Schritt“ in Erinnerung bleiben, der uns eine schnelle Abdeckung des Feldes ermöglichen sollte, der die meisten aber mit Knoten in den Beinen zur Reaktionsunfähigkeit verdammte.
Immer wieder erinnern wir uns auch gerne an die (mehr oder ?) minder erfolgreichen Bemühungen von Frau Bost auch dem letzen das Rauchen abzugewöhnen. Die obligatorische Frage nach jeder Stunde: „Hanna, hast du eigentlich aufgehört zu rauchen?“.
Aber um sportlich fair zu bleiben muss man bemerken, dass wir am Ende jeden Halbjahres mit humanen Noten für den Drill entschädigt wurden.

 

...press in de Kopp! Der Abiturjahrgang 2003 des LG Saarbrücken