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Auffangbecken für den Pöbel

- 4 Halbjahre Englisch LK bei Herrn Groß –

Ausgangsproblem: Viele Schüler werden von der Mathematik und den Naturwissenschaften derart abgeschreckt, dass sie auf keinen Fall Leistungskurse aus diesen Bereichen wählen. Also heißt die Devise: LKs in Sprachen oder Gesellschaftswissenschaften. Und in welchem Fach kommt man mit minimalem Aufwand zu maximaler Notenausbeute? – Richtig! Englisch- LK! So dachten nicht nur ich, sondern auch etliche meiner 28 Mitschüler im Kurs. Trotz Protesten bei der Schulleitung und Kumi, blieb der Kurs bei 29 Schülern, da die Teilungsgrenze für die Kurse bei 54 Schülern oder so liegt, wie man uns informierte.
Aber dann wurde es erst richtig interessant: Die erste Eng-LK-Stunde, was zwangsläufig mit dem Treffen auf den Lehrkörper verbunden war. Thomas Groß? Der feurige Tomás? Der Mann mit den grellen, auffallenden – aber im Gegensatz zu manchen Personen, die man ab und zu im Raum 305 antrifft - immer stil- und geschmackvoll wirkenden Hemden? – Der Mann ist doch von den Haarspitzen seines grau melierten Haupthaares über die flinke, "spanis" lispelnde Aussprache geradezu fordernde Zunge bis in die Zehen durch und durch leidenschaftlicher Spanischlehrer! – Denkste! Der Mann hatte ganz offensichtlich auch das Fach Englisch auf Lehramt studiert. Und wie!
Es stellte sich zwar heraus, dass wir sein erster Englisch-LK jemals waren, aber genau diese Tatsache schien ihn bis zum geht-nicht-mehr motiviert zu haben. Und so ergab sich für die wackeren Englisch-LKler wieder einmal einige Probleme: Mitarbeit wurde verlangt. Hm. Ruhige Arbeitsatmosphäre, Hausaufgaben, Referate und mächtig schwere Kursarbeiten, die von Anfang 12/1 auf Abi-Niveau und im Abi-Stil verfasst wurden, kamen noch dazu.
So war allen im Kurs spätestens zum Halbjahreszeugnis 12/1 klar: Dieser LK wird kein Zuckerschlecken. Konsequenz war alsbald eine Spaltung des Kurses: Auf der einen Seite diejenigen, bei denen der LK zum fünf Mal wöchentlichen Kult aufstieg, und auf der anderen Seite diejenigen, die sich danach sehnten, in den Eng-LK (ich würde ihn aus eigener Besuchserfahrung eher als „Kaffeekränzchen“-LK bezeichnen) von Frau K. aus D. wechseln zu können.
Doch obwohl nicht nur wir, sondern auch alle anderen Englisch-LKler der Stufe 13 im Stadtverband SB, die sich unsere "course tests" durchlasen, nicht schlecht über Anforderungen in den Kursarbeiten staunten, lässt sich nach 4 Halbjahren feststellen, dass viele Leute aus meinem Eng- LK mit Top- Noten aus dem Schriftlichen (Okay, ich weiß, das beste Eng- Abi hat ein Mensch aus dem Kurs von Frau König geschrieben. Respekt nochmal, Helmut!) hervorgegangen sind und kein Mensch Mündliche musste!
Lässt sich für mich persönlich letztendlich resümieren, dass wir - sowohl Schüler als auch Lehrkörper - es nicht leicht hatten, miteinander über die 2 Jahre hinweg ohne Probleme auszukommen, was ich jedoch auf die überdimensionale Größe des Kurses zurückführe. Aber beide Seiten des Pultes haben sich durch den langweiligsten und langatmigsten Lehrplanstoff gekämpft und jedenfalls ich - und ich denke hier kann ich für einen Großteil meines Kurses sprechen - bin Herrn Groß dankbar für die letzten beiden harten Jahre. 

Jan Mertens

 

 

...press in de Kopp! Der Abiturjahrgang 2003 des LG Saarbrücken